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Schnellkurs für Ostereier-Spezialisten

von | Apr 16, 2019 | Blog | 0 Kommentare

 

Die Osterwoche hat begonnen und damit haben wir einen guten Grund, PC oder Laptop mal auszuschalten und eine kurze Pause vom Übersetzen, Redigieren, Texten und Schreiben einzulegen. Denn Ostern  ist ohne bunte Ostereier undenkbar und wer jetzt noch keine hat, für den wird es allerhöchste Zeit, kreativ zu werden. Und wer außer diesem noch ein Argument für die bunten Hingucker braucht, sollte sich daran erinnern, dass schöpferisches, gestalterisches Handeln das kreative Denken ungemein fördert. Insofern ist es keine verlorene Zeit, etwas Schönes mit den Händen zu schaffen, ganz im Gegenteil.

Also, ran an die Eier! Um es gleich vorwegzunehmen – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Man könnte ganze Bücher mit Ideen, Techniken, Tricks und den verschiedensten Varianten zum Thema „bunte Ostereier“ füllen. Denn Ostereier werden nicht einfach nur gefärbt und bemalt. Man kann sie mit den verschiedensten Materialien bekleben, man kann sie stempeln, besprühen, umwickeln, bedrucken, batiken, umhäkeln, man kann die Farben aufmalen, tupfen, wischen, mit einem Gegenstand ineinander verlaufen lassen…

Es gibt unzählige Techniken. Einige davon erfordern viel Übung, Geduld und Können, wie zum Beispiel die Wachstechnik, bei der das Ei zuerst mit Bienenwachs überzogen wird. Danach ritzt man mit einer Nadel die Ornamente in die Wachsschicht, legt das Ei ins Farbbad (Kaltfarben) und zum Schluss wird das Wachs vorsichtig entfernt. So bekommt man ein Osterei mit einem außerordentlich feinen und filigranen Muster. Die berühmten Ostereier der Sorben* werden auf diese Art verziert und es sind wirklich kleine Kunstwerke.

Kinderleicht dagegen ist der Trick mit Zitronensaft. Dazu malt man zuerst mit Zitronensaft die gewünschten Motive auf das Ei. Das einzige Problem dabei ist, dass Zitronensaft durchsichtig ist und man ein bisschen nach Gefühl malen muss. Dann gibt man das Ei ins Farbbad und dort, wo Zitronensaft auf dem Ei ist, hält die Farbe nicht.

Eine weitere Technik, mit der man erstaunliche Effekte erzielen kann, ist die Batiktechnik. Man zieht dazu Gummihandschuhe an, gibt auf jeden Handteller ein bisschen Farbe (grün und gelb zum Beispiel oder zwei verschiedene Töne einer Farbe) und rollt das Ei vorsichtig zwischen den Handflächen.

Ebenso unkompliziert ist die Mosaiktechnik. Dafür schneidet man kleine Stückchen Papier, Karton, Filz oder andere Materialien aus und klebt sie so auf das Ei, dass zwischen den einzelnen Stücken immer ein schmaler Rand ist. Und wenn man anstatt Papier oder Filz kleine Strass-Steine aufklebt, bekommt man eine richtig edle “Kostbarkeit”.

Zum Färben benutzt man Ostereierfarben, die im Handel erhältlich sind. Diese Farben sind für  verschiedene Techniken gedacht und lassen der eigenen Fantasie Spielraum. Man kann die Eier ganz oder teilweise färben, man kann sie vor dem Färben mit Motiven aus Klebefolie bekleben oder mit Gummiband umwickeln. Wenn man nach dem Färben die Klebefolie oder das Gummiband wieder entfernt, bleiben die Motive ungefärbt auf dem Ei. Bei den Farben aus Drogerien oder Supermärkten handelt es sich um Lebensmittelfarben, die für die Gesundheit unbedenklich sind. Wer aber dennoch lieber auf rein natürliche Art die Eier färben möchte, kann auch mit Pflanzen die gewünschten Farbtöne erreichen, zum Beispiel mit einem Sud aus Blaubeeren oder Kümmel, mit Zwiebelschalen oder Tee.

Für Leute, die nicht viel Zeit oder Geduld haben, ist der Stempel eine gute Idee. Einfacher geht’s nicht. Und wem das immer noch zu kompliziert ist, der nimmt einfach Aufkleber, die man überall kaufen kann oder Sticker für Finger- und Fuẞnägel. Das geht schnell und sieht originell aus. Abschließend noch ein paar kleine Tips:

Zum Bemalen steckt man das Ei am besten auf ein Holzstäbchen und befestigt es an beiden Enden mit einem Gummi oder mit Klebmasse (siehe Foto).

Beim Färben der Eier im Farbbad gibt man oft ein wenig Essig dazu. So werden die Farben intensiver und strahlender.

Nach dem Färben kann man die Eier mit ein wenig Öl oder Speck einreiben, damit sie schön glänzen.

Farben aus der Sprühdose sollte man niemals für Eier benutzen, die zum Essen gedacht sind, weil die Sprühfarbe Giftstoffe enthält.

Zum Bemalen der Ostereier mit kleinen Kindern eignen sich Eier aus Kunststoff besser als echte, ausgeblasene Eier. Kunststoff-Eier sind nicht zerbrechlich und so gibt es keine Tränen, wenn ein Ei aus Versehen runterfällt.

Allen Leser*innen wünsche ich viel Spaß beim Schwelgen in Farben und Formen und ein wunderschönes Osterfest!

 

Ina Kropeit

 

* Die Sorben sind ein westslawisches Volk mit eigener Kultur und eigener Sprache. Sie sind in Deutschland als nationale Minderheit anerkannt und besitzen in aller Regel die deutsche Staatsbürgerschaft. Ihre Heimat ist die Ober- und Niederlausitz. Das kunstvolle Verzieren von Ostereiern ist fester Bestandteil der sorbischen Kultur und sie haben es darin zu wahrer Meisterschaft gebracht Jedes Jahr veranstaltet der Förderkreis für sorbische Kultur e.V. einen Wettbewerb, bei dem das schönste Ei prämiiert wird.