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Der Tag mit den vielen Namen

von | Mai 28, 2019 | Blog | 0 Kommentare

 

Will man am Donnerstag dieser Woche geschäftlich mit jemandem in Deutschland telefonieren, wird man wohl Pech haben, denn Büros, Agenturen, Fabriken, Schulen usw. sind geschlossen. In Deutschland feiert man den Tag mit den vielen Namen. Bei Himmelfahrt, regional auch Herrentag genannt, oder Vatertag handelt es sich eigentlich um einen kirchlichen Feiertag und so gibt es zu Christi Himmelfahrt, dem Aufstieg des Herrn in den Himmel, vor allem in südlichen Regionen Deutschlands zahlreiche kirchliche Prozessionen und Feierlichkeiten.

Im weltlichen Bereich eher als Vatertag oder auch Herrentag bezeichnet hat sich die Art, diesen Tag zu begehen, im Laufe der Zeit sehr verändert. Traditionsgemäß fuhren früher die Männer (Frauen waren nicht gestattet) an diesem Tag mit einem Kremser, der mit Blumen, Bändern und Girlanden geschmückt war und auf dem ein großes Fass Bier lag, durch die Gegend, tranken Bier, machten Musik und sangen. Eine für die teilnehmenden Männer äußerst unterhaltsame Angelegenheit mit garantiertem Kater am nächsten Tag. Weniger als Traditionspflege und vielmehr als ein Riesenspaß sind diese Umzüge oder Variationen davon auch heute noch zu finden.

Im Allgemeinen nutzt man heutzutage den Himmelfahrtstag eher für gemeinsame Unternehmungen mit der Familie oder mit Freunden (Frauen müssen nicht mehr zu Haus bleiben). Geblieben ist die Idee, diesen Tag an der frischen Luft zu verbringen. Und so wird am Vatertag, wenn es das Wetter erlaubt, oft angegrillt. Wenn man noch keine Lust hat, den Grill anzuschmeißen, ist auch ein Ausflug in die nähere Umgebung ein guter Plan. Und da Himmelfahrt immer auf einen Donnerstag fällt, bietet es sich geradezu an, den Freitag als Brückentag frei zu nehmen und ein langes Wochenende für eine Kurzreise zu planen.

Und weil das alles so schön ist, wird in Deutschland gleich weitergefeiert. Das Pfingstfest fällt immer auf den 8. Ostersonntag. Das heißt, 49 Tage nach dem Ostersonntag ist Pfingstsonntag und der darauf folgende Pfingstmontag ist ebenfalls gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Das Pfingstfest selbst fand als christliches Fest erstmals im Jahr 130 Erwähnung und wird in der christlichen Kirche als Gründungsdatum der christlichen Kirche verstanden. Jedoch weisen die zahlreichen Traditionen und Bräuche zum Pfingstfest in allen Regionen Deutschlands oft auch Elemente des vorchristlichen Hirtenfestes der Heiden auf. 

So veranstaltet man in vielen Orten Volksfeste und stellt dazu einen mit langen Bändern geschmückten Pfingstbaum als Symbol für Wachstum und Fruchtbarkeit auf. Auch der berühmte Pfingstochse, ein mit farbenfrohem Blumenkranz und bunten Bändern geschmückter Ochse, wird bei den festlichen Umzügen mitgeführt. Vom Pfingstochsen stammt übrigens eine beliebte deutsche Redensart ab. Man bezeichnet damit Personen, die sich mit übermäßig vielen und großen Schmuckstücken behängen, die zu schrill und auffällig gekleidet sind oder einfach zu viel Make-up im Gesicht tragen. Man sagt dann oft, sie sind „geschmückt wie ein Pfingstochse“. Es gibt Pfingstsingen, bei dem die Sänger mit Eiern und Speck belohnt werden, und unzählige regionale, zum Teil uralte Traditionen zum Fest.

Für die meisten jedoch wird das Pfingstfest heutzutage genau wie Christi Himmelfahrt eher noch ein verlängertes Frühsommer-Wochenende sein, das man hervorragend zum Grillen&Chillen, für Ausflüge und die ersten Outdoor-Unternehmungen des Jahres oder eine Kurzreise mit Kind und Kegel nutzen kann. Gut so, denn der nächste gesetzliche Feiertag für ganz Deutschland ist der Tag der Deutschen Einheit im Oktober. Und das ist noch weit weg.

Ina Kropeit